Die Krise um Griechenland und den Euro zeigt, wie dicht wir immer noch am Rande eines wirtschaftlichen Problems stehen. Hier gilt es, sich zu schützen. Am besten mit einer ausgewogenen Anlage und einer breiten Streuung. Schon der Nobelpreisträger Harry Markowitz legte 1952 in seiner Portfoliotheorie fest: „ Ein gutes Portfolio ist eine ausbalancierte Einheit, die gleichermaßen Chancen und Absicherung bietet“. Wie die optimale Zusammensetzung aussieht, muss jeder Anleger selber nach seinem Charakter entscheiden. Immer jedoch sollte man das Modell der Anlagepyramide im Kopf haben: ein großer Teil der Anlage wird in sichere Papiere als Fundament angelegt. Darauf setzen renditeoptimierte Anlagen auf. Die Spitze der Pyramide bilden die chancenreichen Anlagen.
Auch beim Fundament sollte man jedoch auf variable Zinsen setzen, denn alles Langfristige ist zwar sehr sicher, bietet aber so gut wie keine Renditen. Es eignen sich besonders Tages- und Festgeldanlagen, diese sind weitestgehend flexibel und doch sicher. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, muss natürlich geprüft werden, ob die Bank einem Einlagensicherungsfond angehört und bis zu welcher Höhe Anlagen damit abgesichert sind.
Für den renditeoptimierten Teil und für den chancenorientierten Part der Pyramide, sind Börsen übrigens kein totes Gebiet! Im Gegenteil, in jeder Krise steckt schließlich auch eine Chance.
Wenn man sein Vermögen in der beschriebenen Art gestreut hat, so bleibt nur noch zu raten, die Altersvorsorge nicht aus den Augen zu verlieren. Die Rentensparpläne sind zwar alles andere als attraktiv, jedoch bekommt man hier Geld vom Staat geschenkt. So wird die Rendite dann doch noch ein wenig erträglich gestaltet.
Nach dem in der letzten Woche Griechenland massiv unter Druck stand, seine Finanzen zu überdenken kam nun die Reaktion. Durch die Finanzkrise der Helenen scheint der Euro gefährdet. Daher übte die EU enormen Druck auf die Griechen aus. Nun kündigt die griechische Regierung drastische Maßnahmen an. Die öffentlichen Ausgaben sollen gekürzt und die Gehälter des öffentlichen Dienstes Angepasst werden. Im Klartext, heißt das: Steuererhöhungen, eben kündigte die griechische Regierung eine Erhöhung der Mehrwertsteuer an, sowie massive Kürzungen der Gehälter der Staatsbediensteten, der Rentner und der Studenten, will der Staat kurzfristig 4,8 Milliarden Euro einsparen. Der griechische Ministerpräsident Papandreou begründete dies so: «Sie sind notwendig für das Überleben unseres Landes und unserer Wirtschaft - und für Griechenland, um dem Wirbelwind der Spekulanten zu entgehen» weiter erwartet er „europäische Solidarität“. Es bleibt zunächst zu abzuwarten, was hinter diesen vollmundigen Versprechungen steckt. Die EU sowie die Bundesregierungen begrüßten das Vorgehen als richtigen und notwendigen Schritt.
Tatsache jedoch ist, dass es schon von Anfang an Unregelmäßigkeiten im Staatshaushalt waren, die entsprechend verschleiert wurden um die Eurokriterien zu erfüllen. Die gleichen Leute versprechen nun den Staatshaushalt schnell wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Der griechische Staat ist defacto bankrott und zieht den Euro hinunter. Wichtig an dieser Stelle ist, dass die EU die Maßnahmen sowie die Konsolidierung des Staatshaushaltes dauerhaft überprüft und kontrolliert. Weitere Spiele wären der Tod des Euro, darüber ist sich wohl auch die EU klar. Allerdings dürfte es genau so unmöglich sein, einen Staat aus der Eurogemeinschaft zu entfernen.
Seit Tagen ist de Euro zwar nicht im freien Fall, doch die Währung die so hart wie die gute alte D – Mark sein sollte bröckelt langsam aber sicher. Woran liegt es. Hier trifft wohl das alte Sprichwort von der Kette die so stabil ist wie ihr schwächstes Glied zu. Und das schwächste Glied des Euros ist zur Zeit Griechenland sowie einige andere Staaten. Griechenland jedoch ist zur Zeit das wirkliche Euro Sorgenkind. Das Land ist hoch verschuldet und eigentlich zahlungsunfähig. Das belastet den Euro sowie die europäischen Börsen. Im laufenden EU Defizitverfahren gegen Griechenland werden eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, de Facto wird aber der griechische Staatshaushalt unter EU Administration gestellt. Zur Zeit muss das Land eine Nettoneuverschuldung von 13% melden, 3 % sind nach dem EU Stabilitätspakt erlaubt, diese will das griechische Finanzministerium bis 2012 erreichen, ein wahrhaft ehrgeiziges Ziel.
Zur Zeit prüfen die großen EU Nettozahler Deutschland und Frankreich welche Optionen sie zur Stützung des griechischen Haushalts haben. Allerdings ist das Vertrauen in die Pläne Griechenlands doch eher gering. Das Land wurde von mehreren Rating Agenturen in der Kreditwürdigkeit herabgestuft, dies wiederum löste weitere Spekulationen aus. Der griechische Ministerpräsident signalisierte, dass er unter keinen Umständen fremde Hilfen in Anspruch nehmen wolle.
Also alles in allem eine sehr verfahrene Situation. Und die EU hat im Momment keine gemeinsame Schuldenpolitik. Dies alles wird den Euro noch weiter belasten. In Zukunft bleibt nur zu hoffen, dass die EU bei der Auswahl der zukünftigen Euro Länder sorgsamer zu Werke geht, denn viele Beitrittskandidaten verfügen nicht unbedingt über einen stabilen Staatshaushalt. Und es kann nicht sein, dass der Euro aufgrund der Idee der weiten Verbreitung zu Grunde geht.