Daimler will 2009 weniger Autos bauen

Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" plant Daimler Chef Dieter Zetsche nun eine Neuauflage des Sparprogramms Core, mit dem Daimler von 2005 bis 2007 Kosten in Höhe von 7,1 Milliarden Euro eingespart hat, unter anderem auf Kosten von 10.000 Arbeitsplätzen. Das Programm Core 2 soll den Informationen zufolge noch vor Weihnachten beschlossen werden. Angesichts der massiven Absatzeinbrüche will der Stuttgarter Autohersteller Daimler laut einem Medienbericht im kommenden Jahr rund 150.000 Pkw der Marke Mercedes weniger bauen als ursprünglich geplant. Das Management erwäge ausserdem, die Fertigung in den Faschingsferien für eine Woche und über Ostern sechs Tage lang zu stoppen. Konkrete Entscheidungen sind nach Informationen der "Automobilwoche" aber noch nicht gefallen, weder zur absoluten Produktionszahl noch zur Umsetzung. Mehrere Unternehmensberatungen sind auch aufgefordert worden, umfassende neue Konzepte zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung vorzustellen.

Regierung prüft Stützen für alle Autobauer

Die Bundesregierung prüft offenbar nun eine generelle Unterstützung der Autohersteller. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" laut Vorabbericht zu einer entsprechenden Forderung des nordrhein westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers,die große Koalition habe bereits Prüfaufträge für weitergehende Stützmaßnahmen vergeben. Als mögliche zusätzliche Maßnahmen nannte Gabriel höhere Kreditlinien der staatlichen KfW Bank zum Kauf von Autos, um die Kreditzinsen für Käufer zu senken, sowie die Einführung einer Abwrackprämie. Ausserdem könne über das von Frank Walter Steinmeier vorgeschlagenen "Europäischen Zukunftspakts für Arbeit" über Investitionen in batteriegetriebene Fahrzeuge gesprochen werden. Opel solle ausserdem seine Produktionsstätten in Deutschland "als Sicherheit einbringen". Dies eröffne die Möglichkeit, Opel später nach dem VW Vorbild unter Beteiligung der Länder Nordrhein Westfalen, Hessen, Rheinland Pfalz und Thüringen eine eigenständige Zukunft zu geben.

Hilfskredit für Island

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat beschlossen, das von der Finanzkrise besonders betroffene Island mit einem Kredit zu unterstützen. Über die Höhe machte IWF Chef Strauss Kahn noch keine Angaben. Eine endgültige Abstimmung erfolgt am Mittwoch. Die IWF Mitgliedsstaaten hätten sich auf die Hilfen für Island verständigt, dies sagte IWF Chef Dominique Strauss Kahn. Über den Kredit solle am Mittwoch endgültig abgestimmt werden. Strauss Kahn machte jedoch keine Angaben zur Höhe der Hilfe. Berichten zufolge hatte Island um zwei Milliarden Dollar gebeten. Island ist von der Finanzkrise besonders betroffen. Die Regierung musste die größten Banken des Landes verstaatlichen. Der Inselstaat mit nur 320.000 Einwohnern steht wegen der internationalen Bankenkrise am Rande eines Staatsbankrotts.

Stärkere Kontrolle der Finanzmärkte gefordert

Am Samstag werden die entscheidenden Beratungen in Washington fortgesetzt. Bereits bekannt ist, dass die G20 Staaten auf den geschwächten Finanzmärkten alle Überwachungslücken schließen wollen. Nach einem Abendessen im Weißen Haus geht der Weltfinanzgipfel in Washington an diesem Samstag mit den entscheidenden Beratungen weiter. Am Vorabend war bekanntgeworden, dass die G20 Staaten auf den schwer erschütterten weltweiten Finanzmärkten künftig alle Überwachungslücken schließen wollen. Auf dieses Grundprinzip zur umfassenden Reform des globalen Finanzsystems verständigten sich die mehr als 20 Staats und Regierungschefs des Weltfinanzgipfels in Washington nach Informationen der Deutschen Presse Agentur dpa. Die Finanzminister der G20 sollen konkrete Regelungen für eine Reihe von Feldern erarbeiten. Erste kurzfristige Vorschläge sollen bis zum 31. März vorliegen und von einem weiteren Gipfel der Staats und Regierungschefs beschlossen werden. Daran wird dann auch Obama als neuer US Präsident teilnehmen.

Bund plant Krisentreffen für Opel

Der Rüsselsheimer Automobilkonzern Opel mit seinen bundesweit rund 30 000 Beschäftigten ist offenbar akut von der Pleite bedroht. Die US  Konzernmutter General Motors kann nicht zahlen. Am Dienstag beraten Bund und Länder, wie Opel zu helfen ist. Medienberichten zufolge kann die US Konzernmutter General Motors (GM) mehrere Milliarden Euro nicht überweisen. Als mögliche Rettung kämen demnach entweder staatliche Hilfen oder die Herauslösung der europäischen GM Aktivitäten aus dem Konzern infrage. Der von der Konjunkturabschwächung ebenfalls betroffene Autohersteller Daimler prüft derweil offenbar ein milliardenschweres Sparprogramm. Ohne staatliche Hilfe wäre laut "Focus" die Produktion bei Opel und damit 25.000 Arbeitsplätze gefährdet. Auf dem Opel Krisengipfel am Dienstag im Berliner Finanzministerium wollen Bund und Länder demnach über eine Staatsbürgschaft entscheiden. Der Bund solle eine Milliarde übernehmen, die Länder teilten sich eine weitere Milliarde nach einem Arbeitsplatz-Schlüssel, berichtete das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise.