Porsche wehrt sich gegen Kritik an Geschäft mit VW Aktien

Porsche hat sich gegen Kritik an den lukrativen Geschäften mit VW Aktien gewehrt. Der Sportwagenhersteller hatte im vergangenen Geschäftsjahr mit cleveren Aktiengeschäften bei der Volkswagen Übernahme einen Rekordgewinn erzielt. Das Konzernergebnis vor Steuern stieg um rund 3 Milliarden auf 8,57 Milliarden Euro. Nach Informationen des SPIEGEL stellen aber nun verschiedene Anwaltskanzleien Material für Schadenersatzklagen gegen Porsche zusammen. Sie arbeiteten im Auftrag von Hedgefonds, die mit Spekulationen auf fallende VW Kurse mehrere Milliarden Euro verloren hätten. Konzernchef Wendelin Wiedeking und Härter betonen dazu im Interview, man habe sogar mehr Informationen geliefert als vorgeschrieben. So hatte Porsche bereits am 3. März bekanntgegeben, über 50 Prozent an VW übernehmen zu wollen. Sie seien der Meinung : Allen hätte danach klar sein müssen, dass nur wenige Aktien frei handelbar bleiben würden.

E.on verspricht niedrigere Preise für Strom und Gas

Der Energiekonzern E.on hat seinen Strom und Gaskunden sinkende Preise in Aussicht gestellt. Wie E.on Energiechef Klaus Dieter Maubach in einem Interview sagte, ist die für Februar angekündigte vierprozentige Senkung des Gaspreises erst der Einstieg in weitere Runden. Auch den  Stromkunden machte Klaus Dieter Maubach Hoffnung auf niedrigere Preise, allerdings erst für das Jahr 2010! Maubach ist aber der Meinung es werde deutliche Absenkungen bereits im Frühjahr geben. Zunächst steigen die Kosten aber kräftig an. Maubach verteidigte die für Anfang des Jahres angekündigte Strompreiserhöhung in Höhe von rund zehn Prozent. Er sagte E.on habe einen Teil des Stroms für 2009 bereits bis zum Sommer an der Leipziger Strombörse EEX gekauft.

Schavan will Firmen steuerlich entlasten

Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) will Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren, steuerlich entlasten. Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe unter Federführung des Wissenschaftsministeriums werde dem Bundeskabinett in Kürze einen Bericht über Möglichkeiten von Forschungs und Entwicklungsförderung durch steuerliche Anreize vorlegen, dies bestätigte eine Sprecherin Schavans. Das Kabinett werde voraussichtlich am 10. Dezember darüber beraten. Grundlage für den Bericht sind zwei Gutachten vom Beratungsunternehmen Prognos und von Wissenschaftlern um den Mannheimer Wirtschaftsforscher Christoph Spengel. Das Gutachten empfiehlt Steuergutschriften für forschende Unternehmen. Die Beträge sollen in direkte Zuschüsse umgewandelt werden können, wenn die Steuerschuld der Firma geringer ist als die Gutschrift. Die Förderung müsse für Laborgeräte, Gebäude und laufende Personalkosten gelten.

RWE senkt Gaspreise

Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf Branchenkreise das sich das Kartellamt mit dem Energiekonzern auf eine Senkung der Gaspreise geeinigt habe. Im Gegenzug stelle die Behörde Missbrauchsverfahren gegen vier RWE Töchter und Beteiligungsfirmen ein.

Das Kartellamt wollte sich jedoch am Freitag noch nicht zu dem Bericht äußern. Die Wettbewerbshüter hatten im März Missbrauchsverfahren gegen 35 Gasversorger wegen des Verdachts überhöhter Preise eingeleitet.

Der Versorger E.on hatte sich schon Anfang Oktober mit der Behörde auf eine Rückerstattung an seine Kunden geeinigt und senkt zudem seine Gaspreise zum Jahresanfang 2009. Das "Handelsblatt" hatte vor einer Woche berichtet, dass das Kartellamt Vergleiche anstrebe.

Siemens bricht mit KPMG.

Die KPMG war im Zuge des größten Korruptionsskandals in der deutschen Nachkriegsgeschichte unter Beschuss geraten. Kritiker warfen den Wirtschaftsprüfern vor, bei der verbreiteten Praxis der schwarzen Kassen weggeschaut zu haben. KPMG bestreitet die Vorwürfe. Künftig soll nach dem Willen des Aufsichtsrats Ernst & Young die Bilanzen prüfen, teilte Siemens am Freitag mit,  Siemens will mit einem Wechsel des Abschlussprüfers ein Signal im Sinne einer bestmöglichen Corporate Governance setzen, hieß es zur Begründung. Mit dem Schritt signalisiert Siemens vor allem der US Börsenaufsicht SEC einen Neuanfang. Der Konzern hat für die erwarteten Geldbußen der amerikanischen und deutschen Behörden eine Milliarde Euro zurückgestellt. Insgesamt sind in den Jahren 1999 bis 2006 bei Siemens 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen. Die Schmiergeldaffäre hat Siemens nach eigenen Angaben mit fast drei Milliarden belastet.

Die älteste Währung der Welt, Gold zur Zeit sehr gefragt.

Die weltweite Finanzkrise hatte sich im September verschärft. Verschreckte Anleger suchten daraufhin ihr Heil in der Währung Gold. Und zwar so massiv, dass die Internet Server von dem Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum unter der Last von Anfragen zeitweise zusammenbrachen. Der Engpass liegt in den Prägestätten. Die Firmen W. C. Heraeus und Umicor, die den größten Teil der deutschen Nachfrage nach Goldbarren decken, konnten noch im vergangenen Frühjahr mit der Nachfrage Schritt halten aber nun nicht mehr. Auch der Konkurrent Pro Aurum leidet unter Warenmangel. Die Warenknappheit führte dazu, dass Goldkäufer inzwischen satte Aufschläge auf den Börsenpreis zahlen. Die Welt der Börse und der Goldmarkt für Privatanleger haben sich abgekoppelt. Trotz ihres Kaufrauschs sollten die Goldsucher jedoch eines nicht vergessen, und zwar das Gold keine Zinsen oder Dividenden bringen. Gewinne gibt es nur, wenn der Preis steigt.

Allianz muss wegen Dresdner Verkauf 600 Millionen Euro abschreiben

Der Verkauf der Dresdner Bank kommt nun schneller als gedacht. Die Allianz muss wegen des raschen Verkaufs der Dresdner Bank weitere Abschreibungen in Höhe von 600 Millionen Euro vornehmen. Diese würden im vierten Quartal verbucht. Ein rund dafür sei, dass die Dresdner Bank im dritten Quartal mit 7,8 Milliarden Euro bewertet wurde, im Schlussquartal aber nur noch mit 7,2 Milliarden Euro in die Bücher genommen werden. Die Allianz hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass sie die Dresdner Bank sofort vollständig an die Commerzbank verkauft. Zudem kostet der große Deal der deutschen Finanzindustrie, die Commerzbank mit gut 5,1 Milliarden Euro nur etwas mehr als die Hälfte der zunächst kalkulierten rund 9,8 Milliarden Euro. Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für rund 23 Milliarden Euro übernommen.

Bundestag verabschiedet Haushalt für 2009

Die Konjunktur und Finanzkrise zwingt Peer Steinbrück zu mehr Schulden als geplant. Der Bundestag verabschiedete am Freitag den Etat für das kommende Jahr, der eine Neuverschuldung von 18,5 Milliarden vorsieht also rund acht Milliarden mehr als als ursprünglich geplant. Damit werden Ausfälle bei Steuereinnahmen, die Kosten des Konjunkturpakets sowie geringere Privatisierungserlöse aufgefangen. Steinbrück warnte zum Abschluss der viertägigen Haushaltsdebatte erneut vor Aktionismus mit immer neuen Konjunkturpaketen. Noch vor wenigen Monaten habe es Debatten über starke Preissteigerungen, den hohen Euro Wechselkurs sowie die hohen Energiepreise gegeben. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Michael Glos ist Deutschland gut gewappnet für die Rezession. Er bezweifle, dass Steuerschecks, Gutscheine und eine vorübergehende Mehrwertsteuersenkung der richtige Weg seien.

VW Gesetz: EU droht Bundesregierung mit neuer Klage

Den Brüsseler Beamten geht so langsam die Geduld aus. Denn im Streit über das Volkswagen Gesetz hat die EU Kommission Deutschland mit Nachdruck aufgefordert, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen das VW Gesetz vollständig umzusetzen. Andernfalls will die Kommission erneut vor den Gerichtshof ziehen. Die Bundesregierung hat nun zwei Monate Zeit, auf die Bedenken der Brüsseler Behörde einzugehen. Diese beziehen sich auf die auch im neuen VW Gesetz vorgesehene Sperrminorität für das Land Niedersachsen, das damit in der Aktionärsversammlung wichtige Entscheidungen blockieren kann. Die Bundesregierung werde sich dann innerhalb der Zweimonatsfrist gegenüber der Kommission äußern. An diesem Freitag wird der Bundesrat abschließend das neue VW Gesetz beraten. Die Zustimmung der Länderkammer gilt jetzt schon als sicher.

Landesbanken kämpfen mit Folgen der Finanzkrise

An kaum einer Landesbank geht die grassierende Finanzkrise spurlos vorüber. So drohen der ohnehin angeschlagenen WestLB im Abschlussquartal 2008 weitere Belastungen. Wegen der frühzeitigen Stützung durch die Eigentümer stehe die Bank aber och noch besser da als ihre Wettbewerber. Für mögliche Verluste bürgen das Land Nordhrein Westfalen, Sparkassen und Kommunalverbände in einer Höhe von fünf Milliarden Euro. Im Berichtszeitraum hat die WestLB unter dem Strich einen Konzerngewinn von 532 Millionen Euro eingefahren, nach einem Verlust von knapp 150 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dieses Ergebnis hatten aber nur milliardenschwere Garantien der Eigentümer möglich gemacht. Auch bei der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) hinterließ die Finanzkrise Spuren. Das Institut rutschte von Juli bis September in die roten Zahlen und kassierte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Bislang war die Helaba von einem Gewinn von gut 300 Millionen Euro ausgegangen.